Deutscher Kinderschutzbund

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Alkohol schädigt Ungeborene massiv!

Kreis Soest - Als Gisela Hermes, heute stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes im Kreisverband Soest,  erfuhr, dass sie Oma wird, wollte sie spontan mit den jungen Leute auf die freudige Nachricht anstoßen. Aber die winkten kategorisch ab: „Keinen Tropfen Alkohol in der Schwangerschaft!“

Heute weiß Gisela Hermes, dass die werdenden Eltern damals genau die richtige Einstellung hatten. Sie selber engagiert sich jetzt bei der Info-Kampagne, die der Kinderschutzbund am Montag startet: „Stopp! Kein Alkohol während der Schwangerschaft“ heißt es auf Flyern und Plakaten. Denn „bereits ein Glas Alkohol während der Schwangerschaft kann Schädigungen beim Kind verursachen“. 

FASD (Fetale Alkoholspetrums-Störungen) heißen diese Schädigungen. Sie sind irreparabel. Das ganze Leben lang muss ein Mensch mit großen Problemen kämpfen, nur weil seine Mutter in der Schwangerschaft zu Alkohol nicht „nein“ gesagt hat. Das berühmte „ein Schlückchen schadet nicht“, sei falsch, sagt Kinderschutzbund-Vorsitzender Hans Meyer. Im Gegenteil: Jährlich kommen in Deutschland rund 10 000 Babys mit alkoholbedingten Schäden zur Welt. Manche Mütter tranken „nur ein Gläschen“. 

Gemeinsam mit seinen rund 150 Mitstreitern startet Meyer am Montag, dem offiziellen Tag des alkoholgeschädigten Kindes, ehrenamtlich die große Aufklärungs-Kampagne. Vor allem um Frauen im gebärfähigen zwischen 15 und 50 geht es. Überall im öffentlichen Raum, in Jugendhilfe-Einrichtungen, Schulen und Arztpraxen stoßen sie auf das aufrüttelnde Plakat mit dem Fötus, dessen Nabelschnur in einem Sektglas mündet. Darüber hinaus haben die Kinderschutzbund-Mitglieder zwei Ausstellungen und eine Fachtagung am 4. November organisiert.

Die Kampagne, vor allem die Tagung, will auch Pädagogen, Lehrer und Erzieher für das Thema FASD sensibilisieren und um Verständnis für betroffene Kinder werben. „Oft wissen wir nicht, dass Schwächen und Defizite bei Schulkindern Symptome dieses Syndroms sind“, sagt Cornelia Düchting, Vorstandsmitglied und langjährige Schulleiterin. Das Thema FASD betreffe keineswegs nur bestimmte Gesellschaftsschichten oder Alkoholikerinnen, sondern alle. Tückisch sei, dass FASD erst im höheren Kindesalter sicher diagnostiziert werden könne, sagt Meyer. 

Es gebe keine wissenschaftlich gesicherte Grenze für Alkohol in der Schwangerschaft. Darum müsse „zero Alkohol“ gelten, sobald eine Frau schwanger sei.

Ein „Schlückchen“ in der Schwangerschaft kann zu

  • einem geringen Geburtsgewicht
  • körperlichen Missbildungen 
  • Nierenschäden, Herzfehlern, 
  • Verformungen im Gesichtsbereich
  • Ruhelosigkeit 
  • erhöhter Reizbarkeit und Distanzlosigkeit
  • einem gestörten Sozialverhalten
  • Konzentrationsschwäche 
  • Sprachstörungen und verminderter Intelligenz führen.

Information: Kinderschutzbund Kreisverband Soest, Telefon 02921/61986

Quelle, Soester Anzeiger, 9. September 2019

 

 

 

 

 

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Beatrix Neuhaus
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